Fryheitsweg 1525

Fryheitsweg 1525 als Download (gpx)

Die Route – 70 Kilometer in die Freiheit
Der Fryheitsweg 1525 beginnt im Zürcher Oberland bei der reformierten Kirche in der historischen Klosterstätte Rüti und führt entlang des Ritterhauses Bubikon und weiteren historischen Ordensstätten im heutigen Stadtgebiet von Winterthur ins Zürcher Unterland. Er endet nach 70 Kilometern in der historischen Stiftsstätte Embrach bei der reformierten Kirche. Die Route verläuft meist innerhalb des Wanderwegnetzes. Die Geschichts- und Wegtafeln in 14 Ortschaften zeichnen Ereignisse der bäuerlichen Reformation im Jahr 1525 chronologisch nach und beschreiben den Wegabschnitt bis zur nächsten Tafel. In Embrach steht in Sichtweite zur letzten Tafel des Fryheitswegs 1525 zudem die Tafel zum viermal kürzeren Rundweg um den Blauen mit Ereignissen aus dem Vorjahr.

Bäuerliche Reformation in Rüti, Bubikon, Töss und Embrach

Als in Europa die Leibeigenschaft wie ein Joch auf der bäuerlichen Bevölkerung lastete und sich erste der Stadtstaat Zürich dank Zwingli auf dem Weg der Reformation befand, kämpften bei den Reformen von Staat und Kirche Bauern im Züribiet für ihre Rechte – mit Tapferkeit und dem Evangelium. Anfangs 1524 forderte die Gemeinde Embrach mit ihren Hörigen des Chorherrenstifts in einem Beschwerdebrief an den Rat von Zürich erstmals mit evangelischen Argumenten die Abschaffung der Leibeigenschaft und ihren Einschränkungen – «in hoffnung», solche «fryheiten» unwiderruflich zu erhalten. Die Freiheitshoffnung durchdrang die bäuerlichen Protestaktionen und Forderungskataloge während der Osterzeit 1525: Die Klosterbesetzung in Rüti bildete den rebellischen Aufbruch, der sich mit der Besetzung der Johanniterniederlassung bis nach Bubikon ausweitete und darin mündete, dass die Forderungen der aufständischen Bauern aus der Landvogtei Grüiningen in Anwesenheit einer Zürcher Ratsdelegation verlesen wurden. Höhepunkt des Bauernaufstandes im Züribiet war die Versammlug der Bauern aus der Landvogtei Kyburg vor dem Kloster Töss am Pfingstmontag. Der Rat von Zürich kam bei seinen laufenden Reformen bis Ende 1525 den Bauern zumindest in dem Anliegen entgegen, von der Leibeigenschaft befreit zu werden. Auch wenn die Abgabelast drückend blieb, waren die meisten frei! Frei von den Einschränkungen für Leibeigene.

Pilgerpass, Geschichts- und Wegtafeln und Homepage

In der reformierten Kirche Rüti liegen in der Regel Pilgerpässe auf. Der Pilgerpass enthält die wichtigsten Informationen zum Fryheitsweg 1525 und genügend Platz für Pilgerstempel (da der Pilgerweg erst kürzlich eröffnet wurde, haben aktuell nicht alle Kirchen einen Stempel). Beim Überblick über die Ortschaften mit ihren religiösen Stätten von 1525 und deren heutigen Bewandtnis sind auch die Kirchen aufgelistet, die (oder deren Vorgängerbauten) bereits damals von Kirchgemeinden genutzt wurden. Zum Innehalten bei Kirchen können die dafür zusammengestellten Bibeltexte verwendet werden. Wer in Rüti auf den Fryheitsweg 1525 aufbricht, ist herzlich eingeladen, einen Pilgerpass mitzunehmen.

Unterwegs ist in jeder Ortschaft auf einer Geschichts- und Wegtafel alles Wissenswerte zu den damaligen Ereignissen und zum weiteren Wegverlauf zu entnehmen. Auf den Tafeln befindet sich zudem ein QR-Code, über den man zur entsprechenden Ortschaft auf dieser Homepage gelangt. Dort ist auf einer Karte der ganze Wegabschnitt bis zur nächsten Tafel abgebildet mit präzisen Angaben zu Wegweisern und Strassennamen. Kommt man in jener Ortschaft an einer Kirche vorbei, findet man über den Knopf «Liturgie» den Bibeltext zum Innehalten.

Bei sechs Ortschaften werden weiterführende Erläuterungen sowie, unter einem Schlüsselbegriff, zentrale Ereignisse wiedergegeben: Rüti (Schlüsselereignis), Bubikon (Schlüsselaussagen), Fehraltorf (Schlüsselerkenntnis), Töss (Schlüsselmoment), Lufingen (Schlüsselpersonen) und Embrach (Schlüsseltragende; mit Bezug ins Heute). Wer auf dem Weg unterwegs ist, kann so stets die Orientierung behalten.

Innehalten bei Kirchen – speziell in der Pilgerecke Lufingen

Von Rüti bis Kyburg gehörten die Kirchgemeinden zum historischen Dekanat Wetzikon. Bei jeder der sechs Kirchen haben Pilgernde die Möglichkeit, innezuhalten und sich von einem Wort aus dem Alten Testament, aus den Wallfahrtspsalmen, innerlich bewegen zu lassen. Pilgerpsalme entstanden nach dem babylonischen Exil aus Gebeten oder Liedern von gewöhnlichen Leuten, die aus der Landschaft zu den drei Wallfahrtsfesten (Passa-, Wochen- und Laubhüttenfest) auf den Zion in die ehemalige Königsstadt Jerusalem hinaufzogen. Dazu passt das Hinaufziehen über den First – den höchsten Punkt des Fryheitswegs 1525 bei der halben Distanz – nach Kyburg; immerhin wurden in der Kyburg bis 1325 die Reichskleinodien der römisch-deutschen Könige verwahrt. Zum historischen Dekanat Winterthur gehörten die weiteren Kirchgemeinden bis Embrach. Den Pilgernden bietet sich die Gelegenheit, bei jeder der fünf Kirchen Worte aus dem Neuen Testament auf sich wirken zu lassen. Sie sind aus den Evangelien von Matthäus und Lukas und aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater entnommen. In der Kirche Lufingen lässt sich damit in der Pilgerecke eine liturgische Feier begehen, in der Raum für eine Symbolhandlung geboten wird; die Symbolhandlung kann auch im Stillen, ohne Worte, vollzogen werden:

Als Ausdruck der Verbundenheit mit dem barmherzigen Gott können Pilgernde ein Vorhängeschloss in der schmiedeeisernen Taube, in der Gemeinschaft des Geistes, festmachen. Vertrauen in den barmherzigen Gott und Gemeinschaft mit Menschen im Geist der Barmherzigkeit tragen (Taube mit Vorhängeschlösser) und machen frei von diskriminierenden Traditionen und religiösen Drohungen und dafür, sich barmherzig gegenüber Mitmenschen zu erweisen und anderen zu Nächsten zu werden (Schlüsseltragende); und wo sich Herzen öffnen lassen, da herrscht auch Offenheit für den Himmel auf Erden.

Pilgernde können den Schlüssel an ihren Schlüsselbund hängen und, etwas später, in der reformierten Kirche Embrach auch noch einen Schlüsselanhänger mit der Aufschrift «Fryheitsweg 1525» – als Zeichen, den Pilgerweg als Schlüsseltragende beendet zu haben.

Etappen

Der Fryheitsweg 1525 lässt sich gut in 3 bis 4 Etappen begehen. Macht man den Weg an darauffolgenden Tagen, so ist für eine Pilgergruppe empfohlen, 4 Tage dafür einzuplanen und mit kürzeren Etappen zu beginnen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Wetzikon, in Pfäffikon oder Fehraltorf sowie in Winterthur oder Töss. Falls jemand für die letzte Etappe froh um eine kürzere Variante wäre, gäbe es die Möglichkeit, von Töss bis Pfungen mit dem Zug zu fahren. Der Wanderweg zwischen diesen beiden Ortschaften ist durchaus reizvoll, führt aber über zwei Hügel und lediglich an der Klosterruine Beerenberg vorbei. Die folgenden Kilometerangaben beziehen sich auf die Distanzen zwischen den Geschichts- und Wegtafeln:

0,0 km Rüti

14,4 km Wetzikon

26,4 km Fehraltorf

47,5 km Töss (–> 55,2 km Pfungen)

70,0 km Embrach